AKTUELLES

Hier können Sie Neues und Wissenswertes über den Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e. V. mitverfolgen.

12.05.2022

Führung im Theater Nordhausen

 

Für die Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins besteht die Möglichkeit, am 19. Mai 2022 an einer Führung durch das Theater in Nordhausen teilzunehmen und das „alte“ Theater vor seinem Umbau noch einmal zu sehen. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Eisentor des Theaters.

 

Das Theater befindet sich in der Käthe-Kollwitz-Straße und hat allein durch seine bauliche Beschaffenheit eine über 100-jährige Geschichte, die für sich steht. Im Jahr 1913 war Baubeginn. Die Pläne des Architekten Gustav Ricken (1877–1972) dienten dafür als Grundlage. Zwar war der Rohbau bereits ein Jahr später beendet, doch verzögerten sich die Bauarbeiten durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges. Auch die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges hinterließen ihre Spuren am Gebäude, wie in der ganzen Stadt auch. Die Bombenangriffe im April 1945 zerstören auch das Theater, dem in der Nachkriegszeit ein Wiederaufbau folgte….
 

 

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14.03.2022

"Im Haus der Väter"

 

Die jüdischen Friedhöfe in Bleicherode, Ellrich und Nordhausen sind die letzten erhalten gebliebenen und unter Denkmalschutz stehenden Zeugnisse jüdischer Geschichte im Landkreis Nordhausen. Am nächsten Samstag gibt es eine Führung über den in Ellrich...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jüdischer Grabstein mit oberhalb des Textfeldes wieder lesbar gemachter Inschrift (Foto: M.-L. Zahradnik)


Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins lädt für den 23. April 2022, 15.00 Uhr, zur Führung über den jüdischen Friedhof in Ellrich ein.

Ein jüdischer Friedhof und die Grabstellen unterliegen keiner zeitlichen Beschränkung, sodass die Grabmale meist unverändert steinerne Zeugnisse sind und eine gute Basis für die Forschung bieten.

Die wachsende jüdische Gemeinde in Ellrich brauchte nicht nur einen religiösen Ort wie eine Synagoge für die Lebenden, sondern auch einen Ort für ihre Verstorbenen. Der erste bekannte jüdische Friedhof lag vor dem Wernaer Tor, zwischen dem Hoffmann’schen und dem Nebelung’schen Grundstück sowie zur Straßenseite hin. Er geht auf die Zeit der ersten Ansiedlung von Juden im 14. und 16. Jahrhundert zurück.

1782 erwarb die jüdische Gemeinde an der Töpferstraße nahe der Jüdenstraße ein Grundstück, um einen neuen Friedhof darauf zu errichten. Für 1787 wird berichtet, dass in Ellrich 114 Juden lebten.

Vom heutigen Eingang führt eine Baumallee in S-Form verlaufend zum anderen Ende des ca. 24 a großen Areals. Unter den 76 noch vorhandenen Grabstellen befinden sich 64 mit einem Grabstein. Die älteren Gräber nördlich des Eingangs sind in nach Geschlecht getrennten Reihen angelegt, wie es auf vielen alten jüdischen Friedhöfen zu finden ist. So sind die Frauen in den ersten neun noch sichtbaren Reihen bestattet worden, dann folgten die Reihen der männlichen Verstorbenen. Familiengräber sind auf dem Friedhof nicht zu finden. Zwar gibt es oft in Gestaltung und Steinmaterial identische Grabsteine, was nahelegen könnte, dass die Verstorbenen derselben Familie angehören. Nach 1877 wurde die traditionelle Belegung weniger berücksichtigt und es kam zu Reihen mit Verstorbenen beiderlei Geschlechts. Symbole wie Sanduhr, Ouroboros, sechseckige Sterne, Schmetterling und florale Verzierung sind auf den Grabsteinen zu finden.

Der jüdische Friedhof in Ellrich weist eine lange Anwendung der traditionellen Inschrift mit vorwiegend hebräischem Text mit Eulogien auf der Vorderseite des Grabsteins auf, die sogar auf den wenigen Grabmalen nach der Jahrhundertwende zu finden sind, lediglich dann verstärkt in deutscher Sprache.

Interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Treffpunkt ist Ecke Töpferstraße/Karlstraße in Ellrich. Wetterfeste Kleidung und Schuhe sowie eine Kopfbedeckung sind erwünscht.

 

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14.03.2022

Stadthistoriker wählten neuen Vorstand

Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder des Geschichts- und Altertumsverein zur ihrer Jahreshauptversammlung 2022 im Tabakspeicher. Neben der Wahl des Vorstands gab es auch einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen und Aktivitäten…

 

Auf der Tagesordnung standen die Rechenschaftsberichte und Neuwahlen. Der Vorsitzende Hans-Jürgen Grönke berichtete über die Aktivitäten und Erfolge im abgelaufene Jahr. So konnte die Ausgabe der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ im letzten Jahr bereits sehr zeitig in den Handel gehen und erfreut sich regem Zuspruch. Ferner ist mit „Bergbau im Südharz“ eine aktuelle Ausstellung im Tabakspeicher realisiert wurden, die noch bis zum 1. Mai 2022 zu sehen ist.

 

Eine erneute Würdigung erfuhr Gründungsmitglied Dr. Manfred Schröter, der für sein langjähriges Engagement im März mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Des Weiteren ist man guter Dinge, dass die Vereinsaktivitäten mit Vorträgen und Exkursionen in diesem Jahr wieder voll starten können. Sodann stellte Kassenwart Gert-Dietrich Reuter die Finanzen vor.

 

Nach dem Bericht des Vorsitzenden wählten die Vereinsmitglieder den neuen Vorstand. An die Spitze wurden erneut Hans-Jürgen Grönke und Dr. Wolfram Theilemann (Stellvertreter) gewählt. Weiter unterstützt werden sie von Dr. Marie-Luis Zahradnik und Vincent Eisfeld als Schriftführer. Neu im Vorstandsteam sind Jessica Sophie Müller, Felix Kruse und Frank Lawrenz, die man alle einstimmig bestätigte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichts- und Altertumsverein wählte neuen Vorstand (Foto: Hans-Georg Backhaus)

Hans-Jürgen Grönke bedankte sich beim alten Vorstand, insbesondere bei Paul Lauerwald und Gert-Dietrich Reuter für die fruchtbare Zusammenarbeit. Nach über 30 Jahren Vorstandsarbeit stellte Lauerwald sich nicht wieder zur Wahl, wird jedoch weiter aktiv im Vereinsleben engagiert bleiben. Damit hat der Verein, der gut 90 Mitglieder hat, ein neues junges Team an der Spitze und erfolgreich den Generationswechsel verwirklicht.

Der nächste abendfüllende Vortrag findet am 10. Mai um 19:30 Uhr im Tabakspeicher statt: „Die Einhornhöhle und der Neandertaler“ mit dem Referenten Dr. Ralf Nielbock.

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08.03.2022

Geschichtsverein stellt Jahresprogramm vor:

Knetsch und Buchlesung

Am Dienstag traf sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein zum traditionellen „Knetschabend“. Diese erste Zusammenkunft nach Monaten der Zwangspause soll Auftakt sein für ein spannendes Jahr 2022 mit Vorträgen und Exkursionen. Zudem stellte die Autorin Maria Göthling ihr Werk vor…

 

Hans-Jürgen Grönke würdigte im Namen des Vereins den ehemaligen Oberbürgermeister Manfred Schröter, der am 3. März 2022 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Schröter gehörte im Mai 1991 zu den Gründungsmitgliedern des Geschichtsvereins und machte sich insbesondere durch Vorträge und Beiträge zur Aufarbeitung der NS-Zeit verdient.

 

Sodann gab Grönke eine Vorausschau auf das Vereinsprogramm und weitere Vorhaben. So ist in Abstimmung mit dem Denkmalbeirat geplant, an der Wirkungsstätte der Nordhäuser Familie Quelle eine Gedenktafel anzubringen. Bekanntester Vertreter der Familie ist der Geograph Otto Quelle, dessen vielseitiges Forschungsgebiet die Geographie, Geschichte und Kultur iberoamerikanischer Länder sowie die Wirtschaftsgeographie Südamerikas umfasste.

 

Geplante Termine im Museum Tabakspeicher in den nächsten Monaten sind:

  • 12. April 2022, 19:30 Uhr: Jahreshauptversammlung mit Besichtigung der Ausstellung „Bergbau im Südharz“

  • 10. Mai 2022, 19:30 Uhr: Vortrag „Die Einhornhöhle und der Neandertaler“ mit dem Referenten Dr. Ralf Nielbock

  • 14. Juni 2022, 19:30 Uhr: Vortrag „Geschichte des Gipses im Landkreis Nordhausen – Entstehung, Abbau und Verarbeitung“ mit Dr. Hans-Jürgen Reinhardt

  • 12. Juli 2022, 19:30 Uhr: Vortrag „Restaurierungsarbeiten in Kirchen des Südharzes“ mit Antje Pohl

Des Weiteren lädt Dr. Marie-Luis Zahradnik am 9. April 2022 zur Stadtführung zu jüdischen religiösen Orten in Nordhausen ein. Treffpunkt ist der Lutherplatz um 16:00 Uhr. Daneben gibt es am 23. April um 15:00 Uhr eine Führung über den jüdischen Friedhof in Ellrich und am 15. Mai um 15:00 Uhr eine Begehung der jüdischen Begräbnisstätte in Nordhausen (Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg).

 

Zum Abschluss des Vereinsabends stellte Maria Göthling aus Sonnenstein ihr Werk vor. Ihr neuer Roman „Sehnsucht zeigt den Weg“ erzählt die Geschichte der Familie Gerber bestehend aus Bertold Gerber, seiner Frau Bärbel, ihren beiden Kindern Bernadette und Johannes, sowie Liesel, Bertels jüngerer Schwester. Sie leben in einem kleinen Dorf in Schlesien. Die Handlung beginnt im Jahr 1942 mit der Ankunft der Fremdarbeiter im Ort. Die Familie behandeln die Leute trotz drohender Repressalien wie Ihresgleichen. Bärbels Mann, Bertold Gerber, befindet sich als Pilot an der Ostfront. Bei einem Einsatz wird er von russischen Jägern abgeschossen. Die Ärztin Marja Timofejna findet ihn, nimmt ihn mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Im Januar 1945 ist die Familie gezwungen, aus Schlesien zu fliehen…

 

Maria Göthling ist es ein Anliegen, in diesem Buch die Unmenschlichkeit des Krieges und die Humanität des Einzelnen, auch dem Feind gegenüber, zu verdeutlichen: „Ich hätte mir allerdings nie träumen lassen, dass sich die Schicksale, die ich in meinem Roman beschrieben habe, sich so ähnlich und so bald in der Realität wiederholen.“ Der 364-seitige Roman „Sehnsucht zeigt den Weg“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783949150005).

Geschichtsverein

Hans-Jürgen Grönke

 

Maria Göthling

 

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02.03.2022​

Zwei lange Jahre in der Geschichte des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins

 

Durch die coronabedingte Situation konnten sich die Geschichtsfreunde und Gäste nicht wie sonst jeden zweiten Dienstag im Monat im Tabakspeicher treffen, um einen Vortrag zu hören und sich auszutauschen. In den beiden Jahren ist viel an Gesprächsbedarf zusammengekommen. An den einst alljährlich stattfinden Knetschabend des Vereins wird nun wieder angeknüpft. Der Vorstand war nicht untätig und hat ein kleines Programm für das erste Halbjahr zusammengestellt, dies und vieles mehr soll beim Knetschabend vorgestellt und besprochen werden.
 

Der Verein schließt auch an die sonst gehaltenen Vorträge wieder an. Die Vortragsreihe wird eröffnet mit dem Buchvortrag über „Sehnsucht zeigt den Weg. Der Lebensweg einer schlesischen Familie“ von Marie Gothling aus Weißenborn-Lüderode.


Das Jahr 1942 zeigte sich in vielen Facetten der geschichtsträchtigen Ereignisse und machte auch vor Familien nicht halt. Frauen und Kinder ohne Ehemänner und Väter, von denen lange kein Lebenszeichen von der Front mehr kam. Die eigene Lage in der Heimat wurde über die Jahre zunehmend bedrohlicher. Nicht nur der kalte Januar 1945 machte die Lage ausweglos, sondern auch das Verlassen der Heimat, ohne zu wissen, wohin der Weg führen würde.


Am Dienstag, 8. März 2022, um 19.30 Uhr, lädt der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein zum Knetschabend und Buchvortag in den Tabakspeicher Nordhausen recht herzlich ein.


Der Eintritt ist wie immer kostenlos. Es gelten die G3-Regeln und Mund-Nasen-Maske-Tragen im Gebäude.

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